Endlagersuche nuklearer Abfälle

Die FREIEN WÄHLER fordern eine transparente Suche nach dem bestmöglichen Standort für hochradioaktive Abfälle – und eine vollumfängliche Information der Bürgerinnen und Bürger durch BGE und BASE.

Worum geht es?

Die erste Fachkonferenz zur Standortsuche für ein Endlager hochradioaktiver Abfälle fand 2021 statt. Bundesweit wurden 90 potenzielle Standorte festgelegt – 56 liegen in Niedersachsen, 5 im Landkreis Harburg. Dabei handelt es sich um folgende Flächen:

  • Steinsalz in steiler Lagerung: 064 Meckelfeld · 034 Stemen/Otter-Todtshorn · 035 Bahlburg · 036 Egesdorf-Soderstorf
  • Tertiäres Tongestein: 004 Elbmarsch

Wir Freie Wähler beobachten dieses – laut BGE „selbstlernende“ – Verfahren von Anfang an sehr aufmerksam und kritisch: im Fachausschuss Kreislaufwirtschaft und Endlagersuche des Landkreises Harburg sowie in den Fachkonferenzen und Foren der BGE (Bundesgesellschaft für Endlagerung) und der BASE (Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung).

Wie das Verfahren funktioniert

Wir befinden uns in Schritt 2 der Phase I. Bundesweit wurden – beginnend im Süden – bereits viele Teilgebiete untersucht und in die Kategorien D, C, B und A sortiert. Ergebnisoffen ist noch Norddeutschland. Die repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen (rvSU) bestehen aus vier Prüfschritten:

  • Kategorie D (ungeeignet, in den Karten orange): Gebiete, die bereits Prüfschritt 1 nicht bestehen.
  • Kategorie C (geringe Eignung, gelb): Gebiete, die an Prüfschritt 2 oder 3 scheitern.
  • Kategorie B (hellgrün): Gebiete, die die Prüfschritte 1 bis 3 bestehen und einen sicheren Einschluss erwarten lassen.
  • Kategorie A (beste Eignung, dunkelgrün): Gebiete, die alle vier Prüfschritte bestehen. Nur sie werden weiter eingeengt, um dem BASE wenige Standortregionen vorzuschlagen.
Ablauf und Eignungskategorien der Standortsuche in Phase I. Quelle: BGE
Ablauf und Eignungskategorien der Standortsuche in Phase I. Quelle: BGE

Für die Bewertung und Einengung kommen nacheinander drei zentrale Werkzeuge zum Einsatz: die repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen (rvSU), die erneute Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien (geoWK) und gegebenenfalls die planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien (planWK). Ziel von Schritt 2 ist es, die am besten geeigneten Standortregionen zu ermitteln. Diese sollen anschließend in Phase II übertägig und in Phase III untertägig erkundet werden.

Warum uns das hier besonders angeht

Zum Teil lagern Castoren mit noch nicht aufbereiteten Brennstäben in verschiedenen Kernkraftwerken der Bundesrepublik, die nur als Zwischenlager für begrenzte Zeit genehmigt sind. Dazu gehört auch das Kernkraftwerk Krümmel, das an die Samtgemeinde Elbmarsch grenzt.

Die Suche nach dem bestmöglichen Endlager – für eine Dauer von einer Million Jahre und mit einer Rückholbarkeit von 500 Jahren – lässt viele Fragen offen. In der Theorie ist die Endlagersuche ein durch Gutachter und Geologen begleitetes, ergebnisoffenes Verfahren. Tatsächlich wird die Entscheidung am Ende von Politikern getroffen; die Politik entscheidet auch über die Art und Weise des Suchverfahrens.

Ein Thema für alle. Wir sind der Meinung, dass die Endlagersuche durch die gesamte Politik des Landkreises Harburg und durch die Bevölkerung aufmerksam begleitet werden sollte.